DALRIADA - DER KLEINE FOLK- & WHISKYLADEN

Von Genießern und „Süßmäulern“


Ralf Galke lädt zur Verkostung von Whisky und Schokolade

IN GEMÜTLICHER RUNDE PROBIERTEN DIE WORKSHOP- TEILNEHMER FÜNF SORTEN. SO DIE „OFFIZIELLE“ ANGABE.

VON SANDRA SPIEKER

HUDE - Wer den ehemaligen Schweinestall der Familie Galke betritt, fühlt sich gleich wie zu Hause. Dass liegt nicht zuletzt an der freundschaftlichen Atmosphäre, die Ralf Galke versprüht. Ein vanilleartiger Duft liegt in der Luft, an den Wänden erinnern Bilder aus Schottland und Irland an vergnügte Urlaube, originelle Mitbringsel zieren Tische und Regale. Nicht zu vergessen: die zahlreichen Flaschen mit Hochprozentigem in den Schränken, die jedes Genießerherz höher schlagen lassen. Mit einem freundlichen „Hallo, ich bin der Ralf“, empfängt der Experte seine zwölf Gäste, und so mutet der Tastingabend bei Ralf und Ehefrau Tanja Galke auch eher an wie ein Abend unter Freunden. „Whisky und Schokolade“, heißt das eher ungewöhnliche Thema im Rahmen der „Celtic Days“ und hat in einer sonst von Männern dominierten Runde auch eine Frau in den gemütlichen Raum hinter der kleinen Whiskythek „Dalriada“ (Hinterm Reiherholz 13) gelockt. „Entweder ihr seit Genießer oder Süßmäuler“, so Galke. Sechs Gläser stehen parat, aber einfach so loslegen ist nicht, wie Ralf Galke seinen Gästen gleich erklärt.

"Erdkunde“ vorweg
Erst einmal gibt es „Erdkunde-Unterricht“: Was sich trocken anhört, nimmt die Whiskyfreunde mit auf eine „Reise“ zu den Hebrideninseln Schottlands. Von Arran nach Jury, über Mull und Skye nach Orkney. Dabei „begegnen“ ihnen die Ureinwohner Schottlands, die Skoten und die Pikten, oder Robert the Bruce, der bedeutende Herrscher Schottlands.

Und dann geht es ans „Eingemachte“: den ersten Whisky. „Einen Whisky kennen zu lernen ist wie eine Frau kennen zu lernen“, klärt Galke auf. Erst einmal werde das Objekt der Begierde angeschaut. Schon allein die Farbe könne viel verraten, über das Alter oder aus welchem Fass der Tropfen stammt. Gestartet wird mit einem hellen im Bourbonfass gereiften Malt aus der Arran Distillery, dem „Robert Burns“. Dazu wird weiße Schokolade mit einer Vanille-Note gereicht.
Doch bevor die Gäste den ersten Schluck nehmen dürfen, muss der sich hart verdient werden: Ansehen, schwenken, riechen („Nosing“) und dann erst kommt ein vorsichtiger Schluck, den man sich laut Galke zehn Sekunden im Mund entfalten lassen sollte. Wer will, kann auch mit Wasser verdünnen. Keinesfalls ein Fauxpas, sondern oft üblich.

Festgehalten werden die Sinneserfahrungen auf Galkes berühmter Liste: Die Optik (Farbe und Körper), der Geruch (Nasengefühl, Aromen, Intensität) und schließlich der Geschmack (Mundgefühl, Primärgeschmack). Detaillierte Aromen wie Torf, Holz, Wein oder Schwefel werden auf einer weiteren Liste notiert. Damit ermuntert Galke seine Gäste keine Angst vor Fachbegriffen zu haben: „Im Grunde ist Whisky destilliertes Bier.“

„Duft“ wie Aceton
Sie erfahren, dass ein guter Whisky auch trüb sein oder nach Aceton riechen darf. Erst vor dem zweiten Schluck lassen sich die Tester die Schokolade im Mund zergehen und nehmen dazu einen Schluck des fruchtigen Tropfens aus Arran: „Köstlich“, so das einhellige Urteil der Teilnehmer. „Slainte!“ (deutsch: Prost!) heißt es noch viele Male im Laufe des Abends, ob mit dem „Tobermory“ und Honig-Schokolade, für die „Torf-Nasen“ (Galke) gibt es den „Jura Superstition“ mit einem Drittel getorftem Malz, gepaart mit Rosa-Pfeffer-Zartbitter, den „Talisker“ zusammen mit Meersalz-Schokolade oder den Highland Park – ebenfalls mit Pfeffer-Nascherei. Ganz wichtig beim Whisky-Tasting: die gemütliche Atmosphäre. „Deshalb bin ich auch nie auf Messen zu finden, zu unpersönlich“, so Galke. Seine Besucher zeigen sich begeistert und sitzen noch weit über die geplanten zweieinhalb Stunden zusammen. Gut, dass Familie Galke in ihrem Haus auch ein paar Pensionszimmer vermietet..

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Wo sich Schottlands Geschmack geschmeidig um die Zunge legt !

Ehepaar Galke betreibt den wohl kleinsten Whiskyladen Deutschlands

Tanja und Ralf Galke sind Liebhaber der keltischen Kultur. Bei den Huder Celtic Days im März sind sie auch mit im Boot.

Hinterm Reiherholz 13 lautet die Adresse eines ungewöhnlichen Projektes. Dort trifft sich auch der Club McQuaich.

Von Marco Julius

Hude. Um ins Land der Kelten zu kommen, muss man nur die Straße Hinterm Reiherholz hochfahren, bis auf der linken Seite ein Schild auf die Whiskythek Dalriada hinweist. Tanja und Ralf Galke haben sich hier einen kleinen Traum erfüllt. Die beiden kennen und lieben die irische und schottische Kultur und haben kurzerhand ihre Leidenschaft zum Nebenerwerb gemacht. Auf rund zwölf Quadratmetern bieten sie in einer urig umgebauten Werkstatt das „Wasser des Lebens“, den Whisky, an.
Wer den Raum betritt, taucht direkt ab in die Welt der Highlands, der schroffen Küsten und der tiefen Seen. Der kleine Laden öffnet donnerstags von 18 bis 20 Uhr seine Türen. „Aber wer einen Termin vereinbart, ist auch zu jeder anderen Zeit willkommen“, sagt Ralf Galke, der als Fluglotse in Bremen sein Geld verdient.
Die Liebe zur keltischen Kultur ist bei dem Ehepaar durchs Reisen entstanden. „Uns hat die Landschaft begeistert, dann kam die Folkmusik dazu, schließlich der Whisky.“ Ein- bis zweimal im Jahr sind die beiden in Irland oder Schottland, bereisen die entlegensten Winkel. Durch die Reisen sind viele Kontakte entstanden, auch zu Destillerien. 2003 hat der 38-jährige Ralf, der mit seinem roten Bart glatt als Ire oder Schotte durchginge, den noch immer aktiven Whiskyclub „McQuaich“ gegründet. „Die Idee war ganz einfach: Gleichgesinnte schmießen etwas Geld zusammen, so dass man sich auch einmal einen teureren Whisky leisten kann.“ Aus der Idee entstand irgendwann ein Internetverkauf und anschließend der kleine Laden. Und es entstand die Idee, das Wissen um das besondere Getränk und die Kultur der Kelten bei sogenannten „Whisky Tastings“ zu vermitteln.
„Wir veranstalten gemütliche Abende, an denen ich Whisky zum Probieren ausschenke und in die Welt des Whiskys einführe.“ Wer Galke dabei erlebt, spürt seine Begeisterung. Da ist die Rede vom Geschmack Schottlands, der sich geschmeidig um die Zunge legt, vom zuweilen öligen Getränk, dass süßlich bis kräftig torfig schmecken kann. Angereichert wird die Lehrstunde mit Anekdoten, Mythen und Legenden, Filmen und Fotos, die jeden schnell in den Bann ziehen. Man spürt schon beim Zuhören den erdigen Geschmack. Galke sagt, Whisky sei nur ein Getränk. Aber mit jedem Wort wird klarer: das ist nahezu britisches Understatement. Was der Kenner meint, zeigt sich an den Abenden: „Whisky ist nichts Elitäres. Bei uns geht es gemütlich zu.“
Wer es auf einen Rausch anlegt, ist bei Galke übrigens grundfalsch. „Es geht um den Genuss, viel wird nicht getrunken.“ Lang werden die Abende meistens trotzdem. Mittlerweile tragen die Galkes ihre Leidenschaft auch nach draußen. Die Whisky-Abende werden auch außerhalb der Whiskythek angeboten.

Quelle : Delmenhorster Kreisblatt vom 25.1.2009

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DALRIADA WAR AUF DEM LICHTERFEST IN HUDE

... Als wahrer Segen für kalte Füße entpuppte sich der „Toddy’s“, ein Spezial-Grog von „Whiskythek“-Inhaber Ralf Galke, den er vor der Buchhandlung ausschenkte. „Richtig lecker“, so das Urteil seiner Kunden....

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WHISKYTHEK IST KEINE SCHNAPSIDEE

Ralf & Tanja Galke betreiben Deutschlands wohl kleinsten Whiskyladen mit viel Herzblut. Dabei kennen Sie sich nicht nur mit Whisky aus, sondern auch mit keltischen Legenden und Traditionen.
 
JEDER WHISKY SCHMECKT ANDERS. DER VIELFALT SPÜRT RALF GALKE IN DEM VON IHM GEGRÜNDETEN WHISKY-CLUB „MCQUAICH“ NACH.

VON STEPHAN ONNEN

HUDE - „Ceud mìle fàilte“ – zu deutsch „100 000 mal willkommen“ steht auf der hölzernen Eingangstür zur Huder „Whiskythek“. Schon dieser Begrüßungsspruch entführt den Gast gedanklich auf die rauen Hebrideninseln vor der schottischen Nordwestküste und in die „Highlands“ – dort, wo „Gälisch“ gesprochen wird, ist die Heimat der meisten Whiskysorten, die Ralf Galke in seinem Haus am Reiherholz auf zwölf Quadratmetern in Deutschlands wohl kleinstem Whiskyladen vorrätig hält.
 
Sanfte irische Folkklänge strömen aus den Lautsprecherboxen. Der 37-Jährige füllt goldfarbenen Branntwein in ein so genanntes „Nosingglas“. Das dünnwandige Glas hält das Aroma besonders gut. Dann der erste Schluck. Es treibt einem buchstäblich die Tränen in die Augen, die Flüssigkeit im Mund explodiert schier, die Zunge fühlt sich taub an. Im Gaumen entfaltet sich eine Mischung aus Torf, Rauch und Würze mit einer delikaten Süße. Dieser auf der Insel Islay abgefüllte Whisky macht seinem Namen alle Ehre: „Smokehead“ steht auf dem Etikett der Flasche. „Ein wirklich kräftiger Whisky, nichts für Feiglinge“, lächelt Ralf Galke. Der Geschmack von viel Rauch und einem Hauch von Frucht hallt lange nach.

Whisky ist wie eine Wundertüte: „Trotz gleicher Zutaten schmeckt jeder Whisky anders“, sagt Ralf Galke. Das Fass mache zu 80 Prozent den Geschmack aus. Ein gleicher Whisky könne aus dem selben Destillationsjahr, ein Jahr länger gereift, einen anderen Geschmack aufweisen. „Und genau das macht die Sache so interessant.“ Jedes Fass ist prall gefüllt mit Aromen und Assoziationen von Landschaft, Legenden und Traditionen.

Ralf Galke erschließt sich beim Probieren mehr als nur die Charakteristika des Whiskys. Moore mit Torfstich, saftige Wiesen, würzig-salzige Meeresluft, steile Klippen – vor seinem inneren Auge ziehen Szenen schottischer und irischer Landschaften auf, die sich im Glas zu spiegeln scheinen. „Da tut es gut zu wissen, woher der Whisky kommt.“ Galke kann das, was sein Sortiment betrifft, mit Gewissheit sagen. Er arbeitet mit dem von Maggie und Bill Miller gegründeten Scotch Single Malt Circle zusammen und erhält so exklusive Abfüllungen von unabhängigen Destillerien. Die Huder Whiskythek hat ebenso Produkte von Schottlands ältestem Abfüller („Cadenheads“) wie die Malt-Kollektion des Getränkekonzerns Diageo mit 13 Klassikern aus den großen Regionen im Programm. Auch preisgekrönte Abfüllungen des Amerikaners John Glaser, der schottische Whiskys zu eigenen Kreationen verschneidet, und „Exoten“ wie die schwedische Whisky-Marke „Mackmyra“ steht in den Regalen. Neben den guten Tropfen sorgen auch historische Biere, schottische und irische Musikinstrumente sowie Schmuck für keltisches Flair.

Der Geschmacksvielfalt spürt der Kenner zusammen mit Gleichgesinnten im von ihm 2003 gegründeten Whisky-Club „McQuaich“ nach. Regelmäßig treffen sich die zwölf Mitglieder im rustikal gemütlichen Ambiente der Whiskythek, um zu Hause bei Ralf Galke guten Malt zu genießen.

Ralf Galke ist von Beruf Fluglotse. Seit 2001 wohnt er mit seiner Frau Tanja und den Kindern Cedric (9) und Vincent (6) am Reiherholz. Mit viel Herzblut haben sie eine alte Tischlerei umgebaut – zum 300 Quadratmeter großen Haus gehört auch eine Ferienwohnung, die Tanja Galke bewirtschaftet, und eben der Whiskyladen, den Galke als „Spaßobjekt“ bezeichnet. Reich macht ihn sein Hobby nicht, im Gegenteil: „Das Thema ist für mich so emotional. Wenn ich einmal ins Erzählen komme und mich gedanklich wieder in Schottland sehe, können aus einem Beratungsgespräch schnell eineinhalb Stunden werden.“


Bedenken Sie !

Whisky ist ein alkoholisches Getränk.
Trinken Sie Qualität in geringen Mengen - unkontrollierter Alkoholkonsum beeinträchtigt Ihre Gesundheit !
Geniessen Sie bewußt !!

Klickenswerte Impressionen